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Dr. Elmar Basse. Praxis für Psychologische Beratung & Therapie, Eheberatung, Paarberatung, Glockengießerwall 17, Tel. 040-33313361 u. 2277175
(zugelassen zur Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz;keine Kassenleistung; Näheres zu den 
Kosten)



An unserer Stimme lässt sich vieles ablesen, was in unserem Inneren vorgeht. Ob wir nervös sind oder entspannt, man hört es uns nur zu oft sehr leicht an. Zugleich ist die Sprache das Instrument, mit dem wir am deutlichsten mitteilen können, was wir möchten oder ablehnen. - Doch gerade dieses mitzuteilen fällt uns eben mitunter schwer. Uns mit der Stimme zu exponieren kann mit Ängsten verbunden sein:
Wir "ergreifen" ja nicht nur das Wort - sobald wir das tun, "richten sich Augen und Ohren auf uns". Wir stehen quasi auf dem Prüfstand, und Ängste sind da sehr verständlich.

Doch unüberwindbar ist die Angst nicht. Wer etwas Übung als Redner hat, verfügt über viele Techniken, um seinen Auftritt meistern zu können. Oft sind diese Techniken gar nicht bewusst, sie werden fast automatisch genutzt, ohne dass man noch nachdenken muss. Das braucht uns aber nicht zu hindern, die Redetechniken für uns zu nutzen: sie zu verstehen und bei uns selber anzuwenden.

Ein einfaches Rhetoriktraining greift dabei jedoch häufig zu kurz. Jeder in seiner Eigenart hat auch eigene Ressourcen - und seine eigenen Schwierigkeiten. Worin die letztlich begründet liegen, ist sehr wichtig herauszuarbeiten. Andernfalls droht die beste Technik an inneren Widerständen zu scheitern.

Wie auch sonst in meiner Arbeit ergänzen sich somit Analyse und die dazugehörige schrittweise Änderung des Verhaltens. Geübt wird nicht vor großem Plenum. Stattdessen fangen wir ganz klein an: Denn in den meisten Situationen, in denen wir täglich kommunizieren, sind wir nur zu zweit oder dritt. Die Redeangst gibt es hier trotzdem oftmals. Und hier kann man im kleinen üben, was später in Gruppen umgesetzt wird.



Mit der Redeangst eng verbunden ist sehr häufig das Problem, eine klare Meinung zu äußern und sie durch Argumente zu stützen. Hinzu kommt oft auch noch der Eindruck, dass die besten Argumente einem erst hinterher einfallen würden, wenn das Gespräch schon beendet ist. Oder man ärgert sich selbst darüber, dass man sich "überrollen" lässt: Die anderen tischen Behauptungen auf, stützen sie fleißig durch Argumente, nur man selbst steht scheu daneben und weiß sich nicht aus der Bedrängnis zu helfen.

Daran lässt sich arbeiten, im ersten Schritt auf einer tieferen Ebene. Es geht nämlich zunächst darum, sich darüber klar zu werden, wie Argumente funktionieren: Zu welchen einzelnen Behauptungen könnten welche Argumente passen? Wie lassen sich Sätze überhaupt begründen - gerade auch dort, wo es um Werte, Weltanschauungen und persönliche Ansichten geht? Wie überprüft man die Argumente, die andere für sich vorbringen? Und wie lassen sich Lücken entdecken, an denen man selber ansetzen kann?

Das Ziel des Ganzen ist es nicht, einfach zu lernen, seinen Kopf durchzusetzen. Recht haben nur um des Rechthabens willen zahlt sich nämlich auch nicht aus. Worum es geht, das ist vielmehr die gemeinsame Bemühung, der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Wenn ich einfach nur andächtig lausche, dient das der Wahrheitsfindung ja nicht. Damit vergebe ich nur die Chance, einen eigenen Beitrag zu leisten. Die Suche nach Wahrheit ist ein Prozess, und jeder hat das Recht dazu, sich daran aktiv zu beteiligen.

 
   
   
   
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