Dr. Elmar Basse. Privatpraxis für Psychologische Beratung & Therapie, Eheberatung, Paarberatung, Glockengießerwall 17, Tel. 040-33313361 u. 2277175 (zugelassen zur Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz;keine Kassenleistung; Näheres zu den Kosten)
Die gemeinsame Arbeit an Ihrem Anliegen vollziehen wir lösungs- und kurzzeitorientiert. Das klingt jetzt vielleicht wie ein einfaches Schlagwort: Ist denn nicht jede Beratung und Therapie an der Lösung orientiert? Im Endeffekt natürlich schon. Doch wenn ich in einer Sackgasse stecke, kann ich mich auch zunächst fragen: Welche Fehler hab' ich gemacht? Wer hat mir den Weg falsch erklärt? Und wer hat die Mauer hierhergebaut, an der ich jetzt nicht vorbeikommen kann?
Solche Fragen sind legitim, wir alle stellen sie uns auch. Um uns orientieren zu können, sind sie oft sogar notwendig. Eines sind sie allerdings nicht: nämlich nicht lösungs-, sondern vielmehr problemorientiert. Wir wollen die Ursachen erkennen, die für unseren Zustand verantwortlich sind. Und von dieser Erkenntnis her könnten wir dann dazu übergehen, geeignete Lösungen zu suchen.
Leider ist die Gefahr gegeben, in der Problemorientierung steckenzubleiben. Wir könnten so sehr auf die Ursachen starren, daß wir nicht mehr zum Handeln gelangen. Oder wir könnten die Vorstellung haben, die Ursachen müßten geändert werden, damit wir uns endlich befreit fühlen könnten: 'Wenn damals x nicht geschehen wäre, dann wäre ich heut' nicht in diesem Zustand. - Wenn x darum verschwinden könnte oder die Folgen sich auflösen ließen, dann ginge es mir wieder gut.'
Die lösungsorientierte Arbeit setzt dagegen umgekehrt an: Die meisten Menschen, die zu mir kommen, befinden sich in einer Krise, zumindest in einem belastenden Zustand. Sie fühlen sich oft, als würden sie in der Sackgasse stecken. Und der Wunsch dahinter ist, aus der Sackgasse herauszukommen. Diesen Wunsch nehmen wir ernst, er ist das vorrangige Ziel: Egal warum ich in diesem Zustand bin - wie kann ich mich aus ihm befreien? Wie kann ich (wieder) fähig werden, kreativ und aktiv zu leben?
Gesucht sind also Lösungen. Wir setzen am Krisensymptom an, um in der schwierigen Gegenwart zur Verbesserung zu kommen. Dazu kann es nötig sein, Stolpersteine zu überwinden, die aus der Vergangenheit herrühren. Da ist es ähnlich wie im körperlichen Bereich: Ich möchte gerade aufstehen, und es meldet sich ein Schmerz. - Dann wäre es zunächst einmal wichtig, ob wir uns vielleicht bewegen könnten, ohne daß es zu diesem Schmerz kommt. Oder zumindest herauszufinden, wie wir es vermeiden können, daß der Schmerz noch größer wird. Und wenn das, quasi als "Erste Hilfe", erst einmal erreicht worden ist, können wir dann weiter schauen, was wir wohl brauchen, damit der Schmerz ganz weggehen kann. Und dazu könnte wichtig sein, die Ursachen des Schmerzes zu klären.
Allerdings gilt dabei auch: Während wir unser Leben führen, geraten wir ständig in Situationen, in denen wir irgendwie handeln müssen, die uns vielleicht gar nicht angenehm sind - die wir aber nicht ändern können. Ob an der Supermarktkasse oder an unserem Arbeitsplatz, die Bedingungen, die dort herrschen, sind nur zum Teil von uns gemacht. Es ist mühselig und oft vergeblich, unsere Kollegen ändern zu wollen. Trotzdem kann es wichtig sein, einen Weg für uns zu finden, um mit ihnen klarzukommen.
Lösungsorientierte Arbeit ist also keine Tiefenpsychologie, bei der die schwierige Gegenwart nur als Symptom betrachtet wird für einen frühkindlichen Konflikt, der zur Neurose hingeführt hat. Das ist die klassische Problemorientierung, die dann einhergeht mit einer entsprechenden zeitlichen Dauer. Tiefenpsychologische Arbeit ist eine "Forschung im Unbewußten" - und weil das schon per definitionem nicht ohne weiteres zugänglich ist, braucht die Arbeit ihre Zeit.
Lösungsarbeit ist Kurzzeitarbeit: Das Ziel ist die Verbesserung des gegenwärtigen schwierigen Zustands, dieses Ziel halten wir ständig im Blick, und alle Maßnahmen richten sich darauf. So findet die Arbeit auch oft ein Ende, wenn Menschen für sich herausfinden, daß es ihnen besser geht (und oft gar nicht recht sagen können, woran das denn wohl liegen mag).